
Barfußschuhe für unter 20 Euro statt über 100 Euro – kann das funktionieren? Haben die günstigen Barfußschuhe von Temu wirklich die Merkmale echter Barfußschuhe – Zero Drop, weite Zehenbox, flexible Sohle – und dieses einmalige Barfußgefühl? Oder handelt es sich um einen billigen Abklatsch, der den Füßen schadet und nach wenigen Wochen auseinanderfällt?
Genau das wollte ich herausfinden. Dieser Artikel ist mein detaillierter Selbstversuch: Ich habe Temu und AliExpress systematisch durchkämmt, um den vielversprechendsten Barfußschuh zu finden, ihn bestellt und 5,5 Monate lang fast täglich getragen. Hier teile ich schonungslos meine Temu Barfußschuhe Erfahrungen – was gut ist, was schlecht ist, für wen sich der Kauf lohnt und für wen nicht.
Warum überhaupt Barfußschuhe? Mein „Warum“
Über Barfußschuhe habe ich schon lange nachgedacht. Das Konzept hat mich immer angesprochen: Gehen, wie die Natur es vorsieht – fast wie barfuß. Barfußschuhe sollen die Fußmuskulatur stärken, einen natürlicheren, korrekteren Gang fördern und sich darüber positiv auf die gesamte Haltung und den Körper auswirken. Denn wer natürlich abrollt, entlastet Knie, Hüfte und Rücken. Dazu kam die pure Neugier auf dieses vielbeschworene Barfußgefühl.
Was mich jahrelang vom Kauf abgehalten hat: die stolzen Preise. Etablierte Marken wie VivoBarefoot, Groundies oder Leguano starten meist bei über 100 € pro Paar – für Schuhe, die zumindest äußerlich oft eher schlicht, ja fast „windig“ wirken.
Den letzten Anstoß gaben dann zwei sehr persönliche Gründe:
Erstens meine Angst vor einem Hallux valgus. Viele meiner Familienmitglieder haben einen – und die enge Zehenbox und generell suboptimale Passform herkömmlicher Schuhe gelten als begünstigender Faktor.
Zweitens mein Knickfuß, den ich seit Jahren habe. Als ich in Online-Foren Berichte von Menschen las, die ihren Knickfuß durch Barfußschuhe gebessert oder sogar losgeworden sind, war ich endgültig überzeugt. Zumal mir auch mein Orthopäde wegen des Knickfußes immer geraten hat, so viel wie möglich barfuß zu gehen.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Ich bin kein Arzt. Wer Fußprobleme hat, sollte zuerst einen Orthopäden aufsuchen, bevor er versucht, sich mit Barfußschuhen selbst zu therapieren. Alles in diesem Bericht sind meine rein persönlichen Erfahrungen.
Mein Problem mit den Preisen – und wie ich auf Temu kam
Beim Recherchieren blieb meine Skepsis gegenüber den hohen Markenpreisen. Manche Marken produzieren tatsächlich in Europa, was höhere Preise erklärt – viele lassen aber ebenfalls günstig in Asien fertigen. Und dann kam mir eine Idee:
Was wäre, wenn man direkt an der Quelle kauft? Direkt aus der chinesischen Fabrik, ohne Markenaufschlag, ohne Marketingbudget – über Temu?
Temu ist ein börsennotierter Online-Marktplatz, dessen Geschäftsmodell genau darauf basiert: Westliche Konsumenten kaufen direkt bei chinesischen Herstellern – dort, wo ohnehin ein Großteil der westlichen Markenprodukte gefertigt wird – zu fast Fabrikpreisen und mit akzeptablen internationalen Lieferzeiten. Das Ergebnis: Barfußschuhe für unter 20 € statt über 100 €. Interessant auch: Auf Amazon sah ich Barfußschuhe für rund 40 €, von denen viele Modelle 1:1 wie die Temu-Modelle aussahen – die Vermutung liegt nahe, dass hier Zwischenhändler dieselben China-Schuhe teurer weiterverkaufen.
Meine bisherigen Temu-Erfahrungen waren allerdings eher durchwachsen: Manche Artikel waren erstaunlich gut, andere gaben schnell den Geist auf. Und bei Barfußschuhen hatte ich konkrete Sorgen:
- Sind es überhaupt echte Barfußschuhe – also wirklich Zero Drop, mit ausreichend flexibler Sohle und weiter Zehenbox?
- Halten sie, oder lösen sich nach ein paar Wochen Nähte und Kleber?
- Die Chemie-Frage: Was ist mit Schadstoffen?
- Und entstehen beim Tragen gar unangenehme Gerüche, Schweißbildung und verfärbte Socken?
Mein Plan stand fest: das vielversprechendste Paar finden, auf Herz und Nieren prüfen und über Monate tragen, um vor allem die Langlebigkeit zu testen – das große Manko vieler günstiger Produkte.
Die Jagd nach dem besten Deal: So habe ich auf Temu und Aliexpress gesucht
Temu ist ein Marktplatz wie Amazon – zwischen den einzelnen Produkten liegen qualitativ teils Welten. Deshalb ist es entscheidend, genau zu vergleichen. Ich habe über mehrere Tage gefühlt jeden Barfußschuh auf Temu und AliExpress angeschaut (ja, ich habe eine fast zwanghafte Gründlichkeit – vor allem, wenn es um die Gesundheit geht. Und ich liebe Schnäppchen). Die Preise lagen fast durchgehend bei 10–25 €. Mir ging es also weniger um den billigsten Preis, sondern darum, die bestmögliche Qualität zu finden.
So bin ich bei der Suche nach dem „besten“ Barfußschuhen von Temu vorgegangen :
1. Die richtigen Suchbegriffe
Gesucht habe ich nach Begriffen wie „Barfußschuhe“, „Barefoot Shoes“, „Minimalist Shoes“, „Wide Toe Box“ und „Zero Drop“. Wichtig: In der Produktbeschreibung müssen die echten Barfuß-Merkmale genannt sein – Zero Drop (keine Sprengung), flexible Sohle, weite Zehenbox.
2. Das Review-Hacking: Fake-Bewertungen aussortieren
Ich habe primär auf Schuhe mit vielen Verkäufen und vielen Bewertungen geachtet – und dabei besonderes Augenmerk auf Bewertungen mit Fotos gelegt. Echte Kundenfotos zeigen, wie der Schuh wirklich aussieht, wie die Sohle sich biegt und in welchem Zustand er ankommt. Sehr praktisch: Temu fordert Rezensenten aktiv auf anzugeben, ob der Schuh true to size, größer oder kleiner ausfällt – Gold wert bei chinesischen Produkten, wo die Größen oft abweichen.
3. Der Verkäufer-Check
Ich habe darauf geachtet, dass der Anbieter ein etablierter Shop ist. Mein Modell war auf Temu als „Official Brand“ mit Quality Assurance gekennzeichnet („100% authentic, certified by brand’s standard“). Die Marke verkauft auch andere Schuhe mit teils über 100.000 Verkäufen – ein gutes Zeichen für einen seriösen Hersteller.
4. Optik nicht vergessen
Die Schuhe sollten wie normale Sneaker aussehen – nicht wie Wasserschuhe. Und ein Mesh-Obermaterial schien mir sinnvoll um übermäßiges Schwitzen zu verhindern.
Meine Wahl
Am Ende entschied ich mich für die Barfußschuhe von AMAWEI:
- Über 34.000 Verkäufe
- 2.400+ Bewertungen mit durchschnittlich 4,7 von 5 Sternen
- Laut Bewertungen für meine Größe 43 true to size
- Mesh-Obermaterial, Sneaker-Optik, erhältlich in Schwarz, Grau, Beige und Grün – wobei meine Wahl auf Schwarz fiel
💡 Ein wichtiger Hinweis vorab: Auf Temu kursieren leider viele fast identische Nachbauten genau dieses Schuhs – auf den Produktbildern kaum zu unterscheiden, aber ohne die Verkaufszahlen und Bewertungen, auf die ich mich bei meiner Auswahl gestützt habe. Wer das Original haben will, das ich gekauft und getestet habe (Markenname AMAWEI), findet es habe ich hier das von mir getestete Paar Temu Barfußschuhe verlinkt.

Ganze Farben des von mir gewählten Barfußschuhs oft ausverfkauft
Ein Tipp aus eigener leidvoller Erfahrung: Die Schuhe sind beliebt, einzelne Größen und Farben sind immer wieder ausverkauft. Ich habe anfangs einen Tag zu lange gezögert – und meine Größe war weg.
Einen Tag später war dann die gesamte Farbe schwarz weg. Und zwar nichtmal als ausverkauft markiert, sondern einfach komplett verschwunden.
Ich habe schon gebangt, dass ich nun vielleicht grün wählen müsste, entschloss mich aber lieber noch etwas zu warten. Zum Glück waren nach ca. eineinhalb Wochen sowohl die Farbe Schwarz als auch die Größe wieder verfügbar. Ärgerlich war diese Verzögerung trotzdem.
Zum Zeitpunkt als ich den obigen Screenshot aufnahm, war ebenso die Farbe Schwarz in allen Größen ausverkauft und damit ganz aus der Auswahl verschwunden.
Falls die gewünschte Farbe direkt beim Hersteller ausverkauft ist: Dasselbe Amawei Barfußschuh Modell wird auch von diesem Händler allerdings meist zu einem höheren Preis verkauft.
Erster Eindruck & Unboxing: So kamen meine Temu-Barfußschuhe an

Die Schuhe kamen in einer Plastiktüte an, innen mit etwas Papier ausgestopft – keine Schuhbox, aber dafür auch wenig Verpackungsmüll.
Der Geruch: Ja, das Klischee stimmt. Die Schuhe rochen nach dem Auspacken etwas unnatürlich nach Chemie – vielleicht war ich auch übersensibilisiert, weil ich wusste, dass sie von Temu aus China kommen. Ich habe sie für rund 24 Stunden auf den Balkon gestellt, danach war der Geruch weitestgehend verflogen. Zudem konnte ich nicht sicher feststellen ob der Chemie Geruch von den Schuhen selbst oder der Verpackung ausging.(Mehr zum Thema Schadstoffe weiter unten.)
Der Materialcheck: Davon abgesehen machten die Schuhe einen erstaunlich wertigen ersten Eindruck. Das Aussehen entsprach exakt den Bildern auf der Temu-Website. Die Einlegesohle ist herausnehmbar, und – der entscheidende Barfußschuh-Test – der ganze Schuh lässt sich mühelos in alle Richtungen biegen und verdrehen, genau wie es sein soll.

Zwei kleine Kritikpunkte zum Aussehen: Die Sohle ist in diesem Hautfarben-/Beigeton gehalten – ich hätte sie mir passend zum Rest in Schwarz gewünscht, auch wenn es immer noch passabel aussieht (und dieses Design gibt es übrigens auch bei teuren Barfußmarken). Und: Nimmt man die Einlegesohle heraus, sieht man, wie die Sohle mit auffällig großen, weit gesetzten Stichen angenäht ist. Zusätzlich ist die Sohle oben am Mesh verklebt – Klebereste sind außen allerdings so gut wie keine zu sehen, und es hingen auch keine losen Fäden heraus. Ich war gespannt, wie das auf Dauer hält.
Der Preisvergleich: Ich habe [GENAUEN PREIS EINFÜGEN] € bezahlt. Zum Vergleich: Ein Paar von VivoBarefoot, Leguano oder Groundies kostet meist 100–160 €. Für den Preis eines Markenpaars bekäme ich also fünf bis acht Paar von Temu.
Allerdings konnte ich schon beobachten: Der Preis der von mir gekauften Barfußschuhe schwankt stark je nach Lagerstand, Farbe und Größe liegt aber in der Regel zwischen €15-€25.
Zudem sind im offiziellen Temu Store von Amawei immer wieder einzelne Größen und zum Teil ganze Farben, oft Schwarz z.B. ausverkauft, siehe oben. Dasselbe Amawei Barfußschuh Modell wird auch von diesem Händler allerdings meist zu einem höheren Preis verkauft.
Der Praxistest: Sind das echte Barfußschuhe?
Passform & Zehenfreiheit
Die Größe 43 fiel, wie in den Bewertungen versprochen, true to size aus. Die Zehenbox ist schön weit – die Zehen haben wirklich Platz und werden nirgends eingeengt. Wichtig zu wissen: Durch die weite Zehenbox können sich Barfußschuhe generell etwas „größer“ anfühlen, als man es gewohnt ist. Ich persönlich liebe genau das – der Fuß bekommt endlich den Raum, den er braucht. Innen gibt es im oberen Bereich und vor allem an der Ferse leichte Polsterungen, die für einen festen, stabilen Sitz sorgen. Funktioniert: Nichts rutscht, nichts drückt.
Zero Drop & Sohlen-Flexibilität
Die Schuhe sind, wie beworben, Zero Drop – also ohne Fersenerhöhung. Die Sohle ist in alle Richtungen biegsam und flext bei jedem Schritt wunderbar mit. Hier gibt es nichts zu meckern: Das sind keine „Sneaker mit dünner Sohle“, sondern echte Barfußschuhe.
Das Tragegefühl: Die große Überraschung
Und jetzt zum Herzstück dieses Tests – dem Gefühl beim Laufen. Ich sage es ganz ehrlich: Das hat mich umgehauen. Schon beim ersten Reinschlüpfen merkt man, wie leicht der Schuh ist – nichts drückt, nichts reibt, es fühlt sich fast so an, als hätte man gar keinen Schuh an. Und dann macht man die ersten Schritte und spürt plötzlich den Boden. Wirklich spürt. Jeden kleinen Stein, jede Unebenheit, die Struktur des Untergrunds – als würden die Füße nach Jahren in dick gepolsterten Schuhen endlich wieder aufwachen.

Am schönsten ist es auf natürlichem Untergrund: Auf weichem, federndem Waldboden oder am Steinstrand bei mir in der Nähe wird aus einem simplen Spaziergang ein richtiges Erlebnis – jeder Schritt fühlt sich anders an, und genau das macht den Reiz aus. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Ich hatte noch nie so viel Spaß am Gehen. Mittlerweile erwische ich mich dabei, wie ich freiwillig Umwege laufe – einfach, weil sich jeder Schritt gut anfühlt und ich dabei das Gefühl habe, meinem ganzen Körper etwas Gutes zu tun.
Was mir sofort auffiel: Ich gehe mit diesen Schuhen deutlich bewusster und achte automatisch mehr auf eine korrekte Gangart. Statt weit auszuschreiten und mit der Ferse aufzukommen, mache ich automatisch kleinere Schritte und setze sanft mit dem Ballen bzw. Mittelfuß auf – genau so, wie man es auch barfuß tun würde. Das Ganze war allerdings ein Prozess. Vorallem am Anfang wenn ich in Eile oder Stress war fiel ich manchmal in meinen altern Fersengang zurück.
Aber mit der Zeit, haben mir die Schuhe wunderbar geholfen eine natürlichen Gangart zu entwickeln. Das Verrückte daran: Niemand muss einem das beibringen. Weil man so viel mehr spürt, macht der Körper das von ganz allein. Es fühlt sich weich, leise und einfach „richtig“ an – als hätte mein Gang all die Jahre nur darauf gewartet, endlich wieder natürlich gehen zu dürfen.
Nach den ersten ein, zwei Tragesessions hatte ich eine Art leichten Muskelkater in den Waden und der Leiste. Das ist nach meiner Recherche beim Umstieg auf Barfußschuhe nicht ungewöhnlich – die Fuß- und Beinmuskulatur muss erst wieder arbeiten lernen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich es in den ersten Tagen etwas übertrieben habe, da ich stundenlang mit den Schuhen gelaufen bin, ein Großteil davon auf Asphalt. Mein Rat: Langsam anfangen, die Tragezeit schrittweise steigern und anfangs eher auf weichem, natürlichem Untergrund gehen als auf hartem Asphalt.
Noch ein Punkt, der mich überrascht hat: Ich gehe manchmal etwas unachtsam und bin schon mehrfach mit der Schuhspitze voll gegen den Randstein oder hochstehende Bodenplatten gestoßen – ohne jede Verletzung oder auch nur Schmerz. Trotz ihrer Flexibilität schirmen die Schuhe anscheinend erstaunlich gut gegen Stöße ab.
Atmungsaktivität und Wetterfestigkeit
Durch das Mesh fühlen sich die Schuhe angenehm luftig an – Schweißfüße hatte ich keine. Die Kehrseite: Bei sehr kalten Temperaturen merkt man etwas Kühle an den Füßen, und bei starkem Regen oder einem Tritt in eine tiefe Pfütze werden die Füße nass. Bei leichtem Regen blieben meine Füße nach meiner Erfahrung aber weitestgehend trocken.
Qualität und Langlebigkeit: Mein Fazit nach 5,5 Monaten täglichen Tragens
Das ist der Teil, der mich selbst stark interessiert hat. Denn was nützt der beste Schuh für 20 €, wenn er nach sechs Wochen auseinanderfällt?
Ich trage die AMAWEI Barfußschuhe von Temu jetzt seit über 5,5 Monaten täglich, auch auf längeren Strecken und ausgedehnten Spaziergängen. Das Ergebnis:
- Keine sich lösenden Nähte. Auch die anfangs skeptisch beäugte Naht an der Sohle hält.
- Kein sich lösender Kleber.
- Keine starke Abnutzung an der Sohle – trotz täglichen Asphalt-Kontakt kein großer Abrieb.
- Das Obermaterial ist intakt, die Passform unverändert.

Die über 2.400 Bewertungen mit 4,7 Sternen haben also – zumindest in meinem Fall – nicht gelogen. Die Qualität hat sich bislang als sehr solide erwiesen.
Ehrlicherweise gibt es einen kuriosen „Nachteil“: Ich trage kaum noch andere Schuhe. Nur wenn das Wetter richtig schlecht ist oder ich fast nichts laufen muss und die Optik im Vordergrund steht, greife ich zu normalen Schuhen – und die fühlen sich mittlerweile beengt und ungut an. Wer einmal auf Barfußschuhe umsteigt, will anscheinend nicht mehr zurück.
Und das Wichtigste: Das Gehen macht mir mit diesen Schuhen bis heute mehr Freude als je zuvor – so viel, dass ich insgesamt deutlich mehr zu Fuß unterwegs bin als früher. Kein Wunder eigentlich: In unseren Fußsohlen sitzen tausende Nervenrezeptoren – Schätzungen gehen von bis zu 200.000 Nervenenden pro Fußsohle aus, und Forscher der University of British Columbia haben allein vier verschiedene Typen von Mechanorezeptoren in der Fußsohle kartiert (Kennedy & Inglis, Journal of Physiology, 2002) –, die in gedämpften Schuhen kaum stimuliert werden. Ein Effekt, der allein schon gut für die Gesundheit ist.
Die kritische Analyse: Chemie, Nachhaltigkeit & der Vergleich mit Markenschuhen
Bei aller Begeisterung – ein Erfahrungsbericht braucht unbedingt auch die kritischen Punkte.
Schadstoffe: Die große Unbekannte
Der typische Chemie-Geruch nach dem Auspacken war vorhanden. Auch wenn er nach einer Nacht auf dem Balkon weitgehend verflogen war: Man weiß bei diesen Schuhen schlicht nicht, welche Chemikalien in der Produktion verwendet wurden – unabhängige Schadstofftests wie bei manchen europäischen Marken gibt es nicht. Mein persönlicher Kompromiss: Ich trage die Schuhe konsequent nur mit Socken, damit kein direkter Hautkontakt entsteht. Bei diesem Modell, das bereits über 34.000-mal – zu einem Großteil nach Europa – verkauft wurde und als Official Brand mit Quality Assurance gelistet ist, schätze ich das Risiko geringer ein als bei No-Name-Temu-Produkten. Eine Garantie ist das aber nicht.
Nachhaltigkeit & Arbeitsbedingungen
Auch hier gilt: Über Produktionsbedingungen, Arbeitsstandards und Umweltauswirkungen ist bei diesen Schuhen nichts bekannt – bei einem Preis von unter 20 € inklusive Versand aus China sollte man sich keine Illusionen machen, dass Nachhaltigkeit hier Priorität hat. Dazu kommt der lange Versandweg. Wer Wert auf nachweislich nachhaltige und faire Produktion legt, findet Alternativen wie Leguano, die sogar in Deutschland fertigen – dann allerdings zum entsprechenden Preis von über 100 € pro Paar. Das muss jeder für sich abwägen.
Design: Hier merkt man den Preis
Den deutlichsten Unterschied zu teuren Marken sehe ich beim Design. Die Temu-Barfußschuhe haben ein sehr schlichtes Mesh-Sneaker-Design mit der hautfarbenen Sohle. Teurere Marken bieten unzählige schönere Designvarianten – von eleganten Modellen bis zu Stiefeln. Für den Preis finde ich die Optik trotzdem absolut solide und alltagstauglich.
Tragegefühl & Qualität:
Und jetzt das für mich Entscheidende: Beim eigentlichen Barfußgefühl merke ich keinen großen Unterschied zu teureren Barfußschuhen. Eine Einschätzung, die ich so auch in Foren und den Temu-Bewertungen gelesen habe. Auch bei Langlebigkeit und Robustheit halten sie – Stand jetzt, nach 5,5 Monaten intensiven Tragens – erstaunlich gut mit.

Das sollte eigentlich niemanden überraschen: China ist 2026 eine der besten Fertigungsnationen der Welt – von Textilien über Autos bis Hightech wird dort in hoher Qualität produziert, auch für viele große westliche Marken. Selbst Luxus-Bekleidungs- und Schuhmarken lassen teilweise in China fertigen.
Dazu muss man auch erwähnen, dass die Bewertung des Tragegefühls subjektiv ist. Auch zwischen den teuren Barfußschuhmarken wie Vivo Barefoot und Leguano ist das Tragegefühl etwas anders und Barfußschuhträger haben hier unterschiedliche Präferenzen.
Trotzdem gehe ich stark davon aus, dass teurere Marken Barfußschuhe sicher eine bessere Verarbeitung, höhere Qualität und damit erhöhte Langlebigkeit haben. Bei einem Preis der meist 4-5 mal höher liegt als bei meinen Temu Barfußschuhen, muss das aber auch so sein.
Fazit: Meine Temu Barfußschuhe Erfahrungen nach 5,5 Monaten
Nach 5,5 Monaten fast täglichen Tragens fällt mein Fazit klar aus: Meine Temu Barfußschuhe Erfahrungen sind deutlich besser, als ich je erwartet hätte. Echte Barfußschuh-Eigenschaften (Zero Drop, weite Zehenbox, voll flexible Sohle), ein großartiges Tragegefühl, bislang kaum Abnutzung – für unter 20 €.
Natürlich ist bei diesem Preis nicht alles perfekt. Die größte Unbekannte bleibt für mich das Thema Schadstoffe: Unabhängige Tests wie bei manchen europäischen Marken gibt es nicht, weshalb ich die Schuhe konsequent nur mit Socken trage. Auch bei Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen sollte man sich keine Illusionen machen – wer darauf Wert legt, ist bei Marken wie Leguano mit Fertigung in Deutschland besser aufgehoben, zahlt dafür aber auch das Fünffache und mehr. Und beim Design merkt man den Preis am deutlichsten: Das schlichte Mesh-Sneaker-Design kann mit der Vielfalt teurer Marken nicht mithalten, ist für mich im Alltag aber absolut solide und völlig ausreichend.
Trotz dieser Abstriche war dieser Kauf für mich persönlich eine der besten Kauf-Entscheidungen der letzten Jahre. Aus einem skeptischen „Kann ein Barfußschuh für unter 20 € wirklich etwas taugen?“ ist ein Paar Schuhe geworden, das ich seit 5,5 Monaten fast täglich trage – und das aus jedem Spaziergang ein kleines Erlebnis macht: den Boden unter den Füßen spüren, leichtfüßig und natürlich gehen, mit jedem Schritt das Gefühl haben, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.
Meine anderen Schuhe ziehe ich kaum noch freiwillig an – sie fühlen sich inzwischen eng und steif an. Und ich gebe zu: Das Wissen, wie wenig ich für dieses geniale Produkt bezahlt habe, macht die Freude bei jedem Schritt noch ein Stück größer.
Wer maximale Qualität sucht und bereit ist deutlich mehr zu investieren, für den wäre trotzdem noch der sicherste Weg in ein Barfußschuhgeschäft zu gehen, verschiedene Modelle anzuprobieren und damit zu laufen – denn was sich gut anfühlt kann sehr individuell sein.
Ich persönlich bin mit meinen Temu Barfußschuhen vollauf zufrieden, das Preis-Leistungs-Verhältnis hat mich ehrlich gesagt umgehauen.
Noch ein letzter, wichtiger Hinweis: Auf Temu gibt es leider inzwischen viele fast identische Nachbauten des Schuhs, den ich gekauft und getestet habe – optisch kaum zu unterscheiden, aber ob sie qualitativ mithalten, kann ich nicht beurteilen. Alles, was ich in diesem Test beschrieben habe, gilt ausschließlich für das Originalmodell der Marke AMAWEI. Damit du nicht versehentlich bei einem Nachbau landest, habe ich das Original direkt verlinkt:
➡️ Hier gehts zu den von mir getesteten AMAWEI-Barfußschuhen im Original auf Temu